D   I   E     N   E   U   D   E   R   T   -   W   E   B   S   E   I   T   E   N

Diese Seite wendet sich an alle, deren Familienname HOFHANSEL, HOFHANSL oder HOFHANS lautet, und die etwas über die Herkunft dieses Namens und seiner Träger wissen oder wissen wollen.
 Erweiterter Inhalt seit 2/2011
Ulrike Neudert, geb. Hofhansel:

 
Herkunft des Namens "Hofhansel" und meiner Vorfahren - eine Frage, 
auf welche ich gern eine Antwort wüsste

Mein Geburtsname ist HOFHANSEL . In Pilnikau, einer bis 1945 von Deutschen bewohnten Kleinstadt, die 25 km südlich der Schneekoppe (Sudetengau) liegt,  woher ich stamme, kann ich meinen Vaternamen nur über 5 Generationen zurück verfolgen. Wo der erste dieser meiner HOFHANSEL- Vorfahren vor dem Jahr 1828 herkam, ist mir nicht bekannt. In der 1939 ausgestellten Taufurkunde dieses Urahns ist bei "Religion" vermerkt: Griechisch-katholisch. Daraus schließe ich, das er in einer Gegend des Habsburger-Reiches getauft wurde, in welchem orthodoxe Christen lebten (Galizien, Bukowina, Woiwodina ....). - 

Die Eintragung "Griechisch-kath." ist, wie ich seit Februar 2011 weiß, ein Schreibfehler, und der daraus gezogene Schluss ist folglich falsch: In der Taufmatrik der röm.-kath. Pfarrkirche Tweras (heute: Sveraz), Herrschaft Böhmisch Krummau, ist unter dem 14.10.1798 eingetragen, dass der Pfarrer das Kind Anton der Eltern Johann HOFHANSL & Johanna, geb. PATZELT, aus dem Städtchen Pilnikau getauft hat. Der Kindsvater Johann stammt aus dem Nachbardorf von Tweras, Tusch (heute: Suš). Aus den Matrikbüchern sind weitere 4 Vorfahren- Generationen in Tusch erschließbar. Die Quelle lautet: http://digi.ceskearchivy.cz/index_main.php?lang=de&menu=0&doctree=1nrsO&id=7735,  

Wie meine Vorfahrin Johanna PATZELT von Pilnikau im Riesengebirgsvorland in das in der Luftlinie 230 km entfernte Dorf Tusch im Böhmerwaldvorland kam, dort heiratete und mit der Familie wieder nach Pilnikau zurückkehrte, ist unbekannt.  Zusatz 2/2011

Da der Name HOFHANSEL in Deutschland  selten ist (eingeschlossen die Schreibvarianten HOFHANS, HOFHANSL und HOFHANZL), in Österreich aber deutlich häufiger vorkommt, ist seine Entstehung  dort zu vermuten.
Der Name HOFHANSEL soll in der Steiermark seinen Anfang genommen haben und so viel bedeuten wie Hofnarr, so wusste mein Vater zu berichten. Eine in Wien lebende Angelika Hofhansl schrieb mir hingegen, der Name gehe auf den Begriff „Hofkanzler" zurück. Ich gebe zu: Die zweite Interpretation ist mir die liebere. Beweisen müsste man sie können!-

 So selten, wie es scheinen mag, ist der Name HOFHANSEL  jedoch nicht. Allein im Wiener Telefonbuch des Jahres 1989 fand ich ihn auf Anhieb gleich fünfmal, teilweise jedoch „Hofhansl" geschrieben. Auch im Berliner Telefonbuch von 1994 gibt es ihn fünfmal (als einzige Verwandte darunter meine Nichte Uta).  Im 2001er Prager Telefonbuch findet sich der Name (einschließlich der Abwandlungen) 13-mal (!). In gegenwärtigen deutschen Telefonbüchern kommt
HOFHANS fast 40-mal,
HOFHANSEL17-mal und
HOFHANSL am häufigsten, nämlich fast 50-mal vor.

Die älteste mir bekanntgewordene Namensnennung stammt immerhin aus dem Jahre 1458. Da lebte in Meßkirch (heutiges Oberschwaben) ein Pfarrer Hans Hofhans (Quelle: J. K. Brechenmacher: Etymolog. Wörterbuch d. dt. Familiennamen, Bd. 1, S. 728. Aus: Regesta episcoporum Constantiensim. Innsbruck 1886ff, 4 Bde., aus Band 4, Nr.12.192).
In „Ahnentafel berühmter Deutscher", Bd.1, Leipzig 1929-32, soll ein Hofhansel erwähnt sein. Das Buch habe ich aber bisher nicht auftreiben können.
Im Buch „Pfullingen und seine Erlebnisse in 1500 Jahren" soll ein „Hofhans" erwähnt sein. Das Buch, geschrieben von Dr. G. Maier, Pfullingen 1930, habe ich ebenfalls noch nicht einsehen können.-
In den „Urkunden und Akten des Württembergischen Hauptarchivs", I. Abt., Württ. Regesten v. 1301-1500, I. Altwürttemberg, 1.-3. Teil, Stuttgart 1916-1940, soll ebenfalls ein „Hofhans" genannt sein. Auch diesen Hinweis konnte ich bisher nicht nachprüfen.
Dass der Name aus Schwaben  und nicht aus der Steiermark  kommt, lässt sich mit diesen Zitaten natürlich nicht beweisen, aber auch nicht entkräften.
In den einschlägigen genealogischen Handbüchern fehlt leider  jeglicher Hinweis auf die Namensentstehung. So bekannt sind wir Hofhansels nun auch wieder nicht!

Da fällt eine relativ alte Namensnennung Hofhansl in Südböhmen auf: 
"Z doby kolem roku 1530 se už dají uvést jména tehdejších majitelů selských stavení. V urbáři kláštera vyšebrodského toho roku a v témže podobném o 23 let novějším, jak jej vedlo panství Nové Hrady, lze číst u Rychnova následující jména: Jakl, Brosl Ul, Peter Pays Simon, Motes Bruckner, Benedikt, Albrecht Fink, Andres, Erhart, Moz auf der Wiesen, Wenzel Müller, Kilian Teprl, Jokl Hofhansl, Foytl, Scheibner ..." 
Ich deute den Inhalt so: Im Urbar des Klosters Hohenfurt aus dem Jahre 1530 sind folgende Untertane über 23 Jahre aus Deutsch Reichenau (heute: Rychnov u Novych Hradu), darunter Jokl Hofhansl, genannt. (Der Ort liegt liegt auf halbem Wege zwischen der südböhmischen Stadt Kaplitz und der oberösterreichischen Stadt Gmünd.) Der Autor des Artikels ist Justin Josef Zichraser. Die Quelle ist vermutlich "Der Landbote", 1910, Jhrg. 44, Seiten 9-10.
Im darauf hin durchgesuchten Tauf-, Trauungs- und Sterberegister von Deutsch Reichenau, welches von 1650-1735 läuft, wurde Hofhansl nicht mehr gefunden. Vermutlich ist der Namensträger zwischen 1530 und 1640 in das 30 km westlich gelegene Dorf Tusch gewandert, wie Einträge in der nachfolgenden Tabelle zeigen.
Vielleicht ist auch Böhmen einer der Ursprungsorte dieses Namens!   Zusatz 3/2011

 

Was ich von den HOFHANSELs, denen ich ein aus einer Matrik entnommenes Datum zuordnen kann, schon heraus gefunden habe, steht in nachfolgender Tabelle. 

Ort, Kreis, Land
Name, Vorname
Lebensdaten
Bemerkungen
Quelle
Deutsch Reichenau, Herrschaft Kloster Hohenfurt Jokl Hofhansl 3) 1530 Als zinspflichtiger Bauer/Häusler im Urbar des Klosters Hohenfurt/Moldau genannt Justin Josef Zichraser, in: "Der Landbote" 1910  Zusatz: 3/2011
Tusch, Herrschaft Böhmisch Krummau Johannes Pöschl *21.6.1650 Blaßl & Durl Hoffhansl als Taufpaten genannt Taufmatrik Tweras, 1647f, ältester gefundener Matrikeintrag HOFFHANSL
Tusch Anna, Tochter von Blaßl (Blasius) & Durl (Dorothea?) Hoffhansl 2) *14.7.1651 Taufdatum  Taufmatrik Tweras, 1647f,  neu: 2/2011
Tusch, heute: Suš Hofhansl, Blasius 1)
1654 als Bauer erwähnt Neueintrag 3/2006 Berni Rula. Generalny restrik. Praha 2003; ISBN 80-7277-058-6
Podesdorf, heute:Bohdalovice  bei Böhm. Krummau (Nachbarort von Tusch) Hofhansl, Thomas 1) 1654 als Bauer erwähnt Neueintrag 3/2006
Berni Rula. Generelny restrik. Praha 2003; ISBN 80-7277-058-6
Dobrusch bei Böhm. Krummau Hofhansl, Georg * 1766   www.familysearch.org
Böhm. Krummau Carl/Franz Hofhansl * 13.12.1774 Information vom 4.8.2005 Klaus Hofhansl, klaus.hofhansl@t-online.de
Pilnikau bei Trautenau Adolf Hofhansel & Anna Klug Trauung am 16.9.1828 Erste HOFHANSEL-Nennung in Pilnikau Trauungsmatrik Pilnikau
Friedberg/Steiermark Hofhansl, Franz * 5.10.1915 Erwähnt, weil Geburtsort in der Steiermark, dem vemuteten Herkunftsgebiet der HOFHANSELs liegt! www.familysearch.org
 .
 1) Die einzigen HOFHANSLs/HOFHANSELs in Böhmen - soweit sie steuerpflichtig waren und deshalb in die "Berni rula" aufgenommen wurden! Ein Irrtum (Übersehen einer Namenseintragung) ist ausgeschlossen, weil die Namensliste alphabetisch angeordnet ist. Der im Dorf Tusch genannte Blasius HOFHANSL ist mein Vorfahr in der 9. Generation.
2) Bei den nachfolgenden Generationen dominiert die Schreibweise HOFHANSL,  selten, aber vorkommend ist HOFHANSEL.
3) Weder in den Berni rula noch in den in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts beginnenden Matriken von Deutsch Reichenau kommt HOFHANSL vor. Sollte der Tuscher und Podesdorfer HOFHANSEL- Zweig aus Deutsch Reichenau stammen?
Da ich einerseits ein Interesse an der Herkunft meines Namens habe, andererseits mir aber viele Recherchemöglichkeiten fehlen, wende ich mich auf diesem Wege an diejenigen Hofhansels, die diese Frage beantworten können oder wenigstens einen Schritt weiter wissen als ich.
 
Liebe Namensvettern Hofhansel, Hofhans, Hofhansl, Hofhanzl,
nehmen Sie mit mir Verbindung auf, wenn Sie diesbezügliche Kenntnisse besitzen!

Dieser Aufruf hatte bereits mehrfachen Erfolg. Klaus Hofhansl, klaus.hofhansl@t-online.de, schreibt mir:
"Offenbar gab es in Böhmisch Krummau so etwas wie die 'Geburtsstätte' der HOFHANSLs. Es scheint so, als wenn wir damals dort unseren Ursprung genommen haben. . . . .  Von einem meiner HOFHANSEL-Kontakte . . .  habe ich folgende Nachricht erhalten: Früher hatte ein böhmischer König Deutsche als Arbeitskräfte ins Land geholt. Er wies ihnen Rechte zu. Sie waren Bauern und erwarben sich viele Güter. Damals hießen sie HANS VOM HOF. Angeblich soll dann der Fürst von Schwarzenberg die HANS VOM HOF enteignet und ihnen den Namen HOFHANSL gegeben haben. Die Familie HANS VOM HOF soll acht Kinder gehabt haben. Der Fürst soll diese Kinder dann in ein Heim gebracht haben, wo sie einen Beruf erlernten, den er finanzierte. Von diesen acht Kindern würden alle HOFHANSELs abstammen. Noch weiter zurück in der Geschichte heißt es, dass es früher einen sogenannten 'Edelhof' der Herren Weichsel von Wettern gegeben haben soll, in dem 'reichlich Gesinde wohnte', um diese vor umherziehenden Räuberscharen zu schützen. Diese Herren haben offenbar über ein reichliches Vermögen verfügt, da sie 1367 vom Kloster Hohenfurt Wiesen und 'andere Gründe' bei Kalischt erwarben. Ein Jahr später sollen diese Herren mit Peter Jodok, Ulrich und Johann von Rosenberg sowie den Herren von Krummau einen Kaufvertrag über eine Liegenschaft bei Wettern abgeschlossen haben. - Danach ergaben sich viel- und wechselseitige Käufe und Verkäufe. Ein Nachkomme derer von Wettern verkaufte 1603 die Güter an die Stadt Krummau und zog sich auf das ihm verbliebene Gut Passern zurück. Sein Name ging in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges unter. Das Gut fiel an die kaiserliche Staatskasse und wurde von der Stadt Krummau im Jahre 1624 für 6480 Groschen erworben. - Am 11.2.1795 wurde es dann in sieben Ansiedlungen aufgeteilt und verkauft. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kommen dann die HOFHANSLs ins Spiel. Die Ansiedler auf dem sog. Meierhof nannte man zunächst HOFANSIEDLER. Die Flurnamen 'im Hof' seien bis zur Vertreibung erhalten geblieben, und Hausnamen wie  HOFFINK und  HOFHANSL würden davon zeugen.

Mein Kommentar dazu:
Die Herren von Schwarzenberg übernahmen
die Herrschaft Krummau erst 1719. Zu diesem Zeitpunkt war HOFHANSL mindestens schon 70 Jahre lang in zwei Dörfern bei Böhm. Krummau existent. Naheliegender ist, dass bei der Schaffung des Meierhofs ein Bauer namens HANSL zusammen mir mehreren anderen Bauern abgemeiert, d. h. entschädigungslos enteignet wurde und den umgangssprachlichen Namen HOFHANSL erhielt. Die Meierhöfe in Böhmen entstanden um das Jahr 1600.
 
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Zuletzt bearbeitet: 29.03.2011